Panoramaweg

ÜBER DEN DÄCHERN DER STADT

Zum Start in die Fremdenverkehrssaison 2014 eröffnete der VVV auf dem Warsberg einen Wanderweg durch die Weinberge.

Mit einbezogen ist der Sessellift, mit dem Sie bequem auf den Warsberg gelangen.

Unterhalb der Bergstation beginnt Ihre kleine Wanderung. Gut ausgeschildert ? vorbei an Informationstafeln über die Geologie, das Klima, die Sehenswürdigkeiten der Stadt und der näheren Umgebung und den Weinanbau, mit einer herrlichen Aussicht über die Stadt und das Saartal, - endet der Weg in der Stadtmitte.

An markanten Punkten finden sie Ruhebänke um die Aussicht und Stille zu genießen.

Für geführte Wein ? Wanderungen mit Weinproben im Weinberg wenden Sie sich bitte an die Saar ? Obermosel ? Touristik oder das Amüseum am Wasserfall.

1. Tafel: Geologie

Oberste Tafel,  mit Blick auf das Saartal bis Serrig und über den Gau mit Panoramabild  Saar ? Geologie

Die erste Erwähnung der Saar als Saravus finden wir in dem von Decimus Magnus Ausonius (310 ? 393 n.Chr.) verfassten Gedicht ?Mosella?

Die Saar, mit einer Länge von 235 km, entspringt in den Nordvogesen am Fuße des Donon (1008 m) als Rote und Weiße Saar und mündet bei Konz in die Mosel. Sie ist der größte Nebenfluss der Mosel.

Im Quartär, vor ca 2,6 Mill Jahren ( Känozoikum-Erdneuzeit), zur Zeit der Hebung des Rheinischen Schiefergebirges, beginnt die Saar sich einzugraben. Seit ca. 10 000 Jahren nutzt sie ihr heutiges Bett.

Im unteren Flusslauf, ab Merzig durchschneidet sie den südwestlichen Rand des Rheinischen Schiefergebirges. Bis Serrig hat sie sich ein steiles Bett durch den harten Taunusquarzit schaffen müssen, danach weitet sich das Tal, und die Saar gräbt sich ihr Bett in den weniger widerstandsfähigen Hunsrückschiefer. Bis zur Mündung bei Konz mäandriert sie stark und umfließt  zahlreiche Umlaufberge (Saarburger Burgberg, Ayler Kupp), die z.T aus harten Vulkangesteinen (Basalte, die hier als ?Diabase? bezeichnet werden) bestehen, und über das Erosionsniveau heraus ragen.

Südöstlich der Saar, auf der linken Saarseite, sehen wir die Ausläufer des Schwarzwälder Hochwalds, (Teil des Hunsrücks, dem Rheinischen Schiefergebirge zugehörig).

Bei Serrig durchschneidet die Saar zwei unterschiedliche Gesteinsformationen, den Schiefer linksseitig und den schroffen Buntsandsteinfelsen aus der Trias-Zeit (Mesozoikum-Erdmittealter) bei Kastel-Staadt rechtsseitig.

Wenige Kilometer flussaufwärts bei  Taben werden  seit 1877 in einem Steinbruch der über 400 Millionen Jahre alte unterdevonische Taunusquarzit des Hunsrück ? Taunus ?Zuges abgebaut. (Paläozoikum - Erdaltertum)

Die Landschaft weiter südwestlich wird vom Saargau bestimmt. Geologisch gehört der Saargau zum Lothringer Stufenland. Die Gaulandschaft ist zum größten Teil vom schweren Muschelkalkboden bedeckt. Intensiver Ackerbau und Streuobstwiesen prägen diese Landschaft.

Der Eiderberg bei Freudenburg ist mit 450 m über NN die höchste Erhebung des nördlichen Saargaus.

Der Leukbach, vom Saargau kommend, verlief zunächst linksseitig des Burgberges, entlang der heutigen Graf-Siegfried-Straße, dem Hagen, der Trierer-Straße und mündete im Stadtteil Niederleuken in die Saar.

Im 12. Jahrhundert wurde er in ein verkürztes neues Bachbett umgeleitet. Seither stürzt  er über steile Felsen aus Hunsrückschiefer von der Oberstadt in den 18 m tiefer liegenden Talkessel der Unterstadt und mündet oberhalb der Altstadtbrücke in die Saar.

2. Tafel: Weinbau in Saarburg

Bereits seit 2000 Jahren ist der Weinbau an der Saar bekundet, in Saarburg seit dem Mittelalter. 

Der Warsberg mit seiner  Weinlage ?Saarburger Rausch? zählt nicht nur zu den Spitzenlagen an der Saar, sondern genießt auch weltweit höchste Anerkennung. Der ?Rausch? ist flächenmäßig mit 26 Hektar die größte Weinlage in der Stadt. Hier sind die geologischen und klimatischen Bedingungen besonders gut. Neben dem Devon-Schiefer ist das Diabas-Gestein verantwortlich für die Einzigartigkeit der Weine aus der Weinlage ?Rausch?.

Die geringe Wasserhaltekraft des skelettreichen Bodens zwingt die Weinrebe ihre Wurzeln tief in die Erde zu treiben. Hierdurch nehmen gerade die alten Reben neben dem Wasser ihre Nährstoffe und vor allem die Mineralstoffe auf, die dem Wein seine besondere Mineralität und Eleganz verleihen. Die Wasserversorgung dieser Lage ist bis in tiefe Schichten  konstant.

Die nach Süd-Ost und Süden gerichtete Hangneigung  von 30 - 65 % wirkt sich besonders günstig auf die Reben aus. Durch die der Sonne zugewandte Lage und die steilen Weinberge wird eine optimale Sonneneinstrahlung auf die Reben erreicht. Der Schiefer reflektiert die Sonnenwärme und daher herrschen in den Steillagen höhere Tagesdurchschnittstemperaturen.

In der Lage ?Saarburger Rausch" werden ausschließlich Riesling Reben kultiviert.

Woher kommt die Lagebezeichnung: ?Saarburger Rausch??

Der Lagename ?Rausch? rührt von einer altdeutschen Bezeichnung ?ruschen? ? ?riuschen? her und beschreibt das Abrutschen des Gesteins von einem steinigen Hang oder einer Geröllhalde.

Riesling Rebe

Auf den Steilhängen wird vorwiegend Riesling angebaut.

Die Riesling Rebe stammt aus dem Rheinland. Sie ist die renommierteste und eine der ältesten Weißweinrebsorten der Welt.

Die Riesling Traube ist spätreifend und  kleinbeerig und profitiert von einer langen Wachstumsperiode.

Sie besticht durch ihren feinfruchtigen und mineralischen Geschmack.

Der Saar-Riesling

Ihre Vielfältigkeit beweist die Traube durch ihre rassigen, trockenen Weine, sowie ihre eleganten, fruchtigen Gewächse.

Die einzigartigen, edelsüßen Spezialitäten von der Saar mit außergewöhnlichem Lagerungspotenzial, reifen Säuren und mineralischen Noten haben ihren weltweiten Ruf begründet 

3. Tafel: Klima in Saarburg

Allgemeines:

Das Klima Saarburgs ist warmgemäßigt und geprägt durch Winde aus west/südwestlicher Richtung. Diese bringen das ganze Jahr über mäßigwarme, feuchte Luft vom Atlantik mit sich. Einzig in Zeiten von Wetterlagen mit östlichen Windrichtungen können im Sommer länger anhaltende Hitzeperioden und im Winter Kälteperioden entstehen.

Im Durchschnitt der letzten Jahrzehnte (1961-1990) ergeben sich so eine mittlere Jahrestemperatur von 9,9°C und ein mittlerer Jahresniederschlag von 785 mm (Wetterstation Trier-Zewen), die am unteren Optimum für den Weinanbau liegen.

Dass an der Saar dennoch erfolgreich Wein angebaut wird, hängt mit zwei positiven Aspekten des Regionalklimas zusammen. Erstens ist das Saartal gegenüber den umliegenden Regionen wärmebegünstigter, wodurch die mittleren Monatstemperaturen nie unter 0°C fallen. Zweitens fällt der Niederschlag im Weststau des Hunsrücks während des gesamten Jahres sehr konstant aus (Monatsmittel 60-70mm).

Weinbauklima des Warsberges:

Kleinklimatische Besonderheiten, wie sie der Warsberg aufweist, lassen diesen zu einer von Saarburgs besten Weinlagen werden.

Die erste Besonderheit ist die Süd/Südwest-Ausrichtung. Dadurch wirkt im Tages- und Jahresgang der Sonne die meiste direkte Sonneneinstrahlung auf den Hang. Einen zusätzlichen Vorteil stellt die Hangneigung dar, denn die Sonneneinstrahlung ist im Tagesmittel dort am höchsten, wo die Sonnenstrahlen während der Mittagszeit nahezu senkrecht auf den Boden auftreffen. Hierdurch entstehen besonders hohe Tagestemperaturen. Diese Wärme wird auch durch den mit Schiefer bedeckten Boden gespeichert und in der Nacht langsam abgegeben. Dies führt im Frühjahr und Herbst zur Abmilderung schwacher Spät- und Frühfröste.

Es gibt aber noch weitere Besonderheiten der Weinbergslagen, die Spät- bzw. Frühfröste abmildern. Zum einen die Saar, die Nebelbildung begünstigt, was für eine geringere Abkühlung der Luft sorgt, da der Kondensationsprozess Wärme an die Umgebungsluft abgibt. Zum anderen sorgt die Hangneigung dafür, dass die sich bildende Kaltluft abgleitet und  sich in der Talsohle in einem so genannten Kaltluftsee sammelt. Dieser Kaltluftsee verdrängt wärmere Luft aus der Talsohle, welche zu den Weinbergshängen aufsteigt und dort beim Abkühlen wieder abfließt. Somit bleiben die Weinbergshänge immer relativ wärmer als die Umgebungsluft.

Das stark reliefierte Gelände rund um Saarburg führt zusätzlich zu einer geringeren Abkühlung als bei ebenen Flächen.

Einen letzten Aspekt, der Fröste verhindert, können Sie rundherum auf den Höhen der Weinbergslagen erkennen, nämlich die Wälder. Diese kühlen weniger stark aus und verhindern somit die Bildung von Kaltluftpaketen auf den Bergkuppen, die die Weinbergshänge hinab gleiten und die Weinreben schädigen können.

Klimawandel und Weinbau an der Saar:

Durch das warmgemäßigte Klima Saarburgs konnten früher fast ausschließlich kälteunempfindlichere Traubensorten, wie z. B. Riesling, angebaut werden. Durch den Klimawandel hat sich dies in den beiden letzten Jahrzehnten verändert und es können inzwischen auch Wärme liebende Traubensorten, wie z. B. Burgundertrauben, rund um Saarburg angebaut werden

 

Stadtchronik

964 n. Chr.           Graf Siegfried von Luxemburg erwirbt den Berg Churbelun und erbaut die Feste Saarburg

1291                     Verleihung der Stadtrechte durch Kaiser Rudolf von Habsburg

1340                     Errichtung eines Marktes

1346                     Erstes Stadtsiegel

1522                      Beschuss der Saarburg durch Franz v. Sickingen vom später nach ihm benannten ?Franzen Knüppchen?

1552                      Verwüstung der Burg durch Markgraf Albrecht von Brandenburg

1579                      Fertigstellung der Kirche St. Marien im heutigen Stadtteil Beurig

1636                      Die Pest wütet in Saarburg

1671                      Erbauung der Stadtmauer durch Kurfürst Karl Kaspar von der Leyen

1698-1760            Die Stadt wechselt ständig im Besitz zwischen Habsburgern und Franzosen

1770                      Die Glockengießerei Mabilon siedelt sich in Saarburg an

1793                      Die Stadt wird französische Kantonshauptstadt. Erster Bürgermeister wird Freiherr Franz Karl von Warsberg

1807                      Einsturz und Wiederaufbau der Tümpelsmauer

1816                      Nach dem Wiener Kongress wird der Kanton Saarburg mit dem Königreich Preußen verbunden

1846                      Die Gemeindeordnung wird eingeführt

1857                      Verleihung der Städteordnung für die Rheinprovinz durch König Friedrich Wilhelm IV.

1850-1860            Abriss der alten Tore und Türme der Stadtbefestigung, nur Kunoturm und Kautenturm bleiben erhalten

1855                      Einweihung der Kirche St. Laurentius

1860                      Die Stadt erwirbt für 325 Taler die Burgruine

1862                      Bau von Tunnel und Altstadtbrücke

1865                      Das Saarburger Kreisblatt erscheint erstmalig

1893                      Einweihung der evangelischen Kirche

1900                      Das Rathaus am Wasserfall brennt ab

1906                      Bezug des neuen Rathauses am Fruchtmarkt

1935                      Eingemeindung von Beurig und Niederleuken in die Stadt Saarburg

1938                      Saarburg wird Garnisonsstadt

1944                      Zerstörung der Saarbrücke und der Laurentiuskirche durch Fliegerbomben am 23. Dezember

1964                      1000-Jahrfeier

1969                      Der Kreis Saarburg wird aufgelöst und der Kreis Trier-Saarburg entsteht

1970                      Die Stadtverwaltung Saarburg sowie die Ämter Saarburg-Land, Saarburg-Ost und Palzem werden zur Verbandsgemeinde Saarburg zusammengefasst. Der hauptamtliche Verbandsbürgermeister ist in Personalunion ehrenamtlicher Stadtbürgermeister mit Amtssitz im Haus Warsberg ( ehemaliges Landratsamt )

1974                      Fertigstellung der Laurentiusbrücke

1987                      Inbetriebnahme der kanalisierten Saar als Großschifffahrtsstraße und Fertigstellung der Hochwasserschutzmauer

1991                      700-Jahrfeier Stadtrechteverleihung

1994                      Die Kommunalreform beendet die Personalunion. Das Rathaus am Fruchtmarkt wird wieder Sitz des ehrenamtlichen Stadtbürgermeisters

1996                      Die Stadt erwirbt das RWE-Gebäude am Wasserfall und richtet darin das AmüseuM ( städtisches Museum ) ein

1998                      Die Stadt richtet den 15. Rheinland-Pfalz-Tag aus

2002                      50-jähriges Jubiläum der Städtepartnerschaft mit Sarrebourg/Frankreich

2010                      Abzug der französischen Streitkräfte und Aufgabe der Kaserne

2014                      1050-Jahrfeier